24.10.2017   |   News, Abrechnung in der Arztpraxis

Aus ABRECHNUNG exakt: Leserfragen zur Abrechnung in BAG und MVZ

Frage 1: Unser Auszubildender stellte mir heute folgende Frage zur EBM-Abrechnung in einem MVZ. Da wir in einer Einzelpraxis arbeiten, möchte ich keine falsche Antwort geben: Wenn bei Patient X im Quartal einmal die GOP 18211 von Arzt A abgerechnet wurde, der Patient aber im gleichen Quartal wegen derselben Diagnose zu Arzt B geht, darf Arzt B (auch Orthopäde) nochmals die GOP 18211 abrechnen?

Antwort: In einer fachgleichen Gemeinschaftspraxis, BAG oder MVZ darf die Grundpauschale nur einmal abgerechnet werden. Dafür bekommt die Praxis einen Aufschlag, weil dort ja mehrere Ärzte arbeiten.

Arzt B sollte aber seinen Arztfall wegen des Kooperationszuschlags dokumentieren, das kann mit der GOP 01430 bei Rezeptausstellung oder der GOP 01435 bei telefonischer Beratung oder der GOP 32001 als reine Dokumentation erfolgen, wenn die anderen Leistungen nicht greifen.

Nur bei fachübergreifenden Praxen, z. B. ein Orthopäde mit einem Chirurgen oder Neurologen, können die Grundpauschalen von jeder Fachrichtung berechnet werden.

 

Frage 2: Wir sind eine Gemeinschaftspraxis mit 3 Standorten, die Ärzte sind mal in der einen, mal in der anderen Praxis. Darf dann auf einen Arzt eine Laborüberweisung ausgestellt werden, wenn er am Tag der Blutentnahme nicht in der Praxis anwesend ist?

Antwort: Im Laborbereich gilt das Verursacherprinzip: Der Laboranforderungsschein bzw. die Laborüberweisung

wird auf den Arzt ausgestellt, der die Laborwerte anordnet, egal ob der am betreffenden Tag in der einen oder in der anderen Praxis ist. Nur wenn ein Arzt in Urlaub und bei der KV „offiziell abgemeldet“ ist, werden keine Formulare auf seine LANR ausgestellt, dann gilt die Vertretungsregelung.

 

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